• Blick in eine Webkonferenz mit Vertreterinnen aus der Verwaltung norddeutscher Bundesländer und Milanie Kreutz, Vorsitzenden der dbb frauen
    dbb frauen Chefin Milanie Kreutz auf der Web-Konferenz der nordischen Bundesländer am 23. September 2021

Web-Konferenz der norddeutschen Bundesländer

Digital Gender Gap schließen

Die Fortschritte der Digitalisierung in Wirtschaft und Verwaltung müssen Männern und Frauen gleichermaßen zugutekommen, fordert die Vorsitzende der dbb frauen, Milanie Kreutz.

„75 Prozent der Männer in Deutschland werden laut einer Studie der Initiative D21 von ihren Arbeitgebenden mit Laptops, Smartphones und anderen digitalen Geräten ausgestattet – aber nur 55 Prozent der Frauen bekommen im selben Beruf die gleiche digitale Ausstattung. Das ist ein Skandal und dieser hat auch schon einen Namen: ‚Digital Gender Gap‘. Die Unternehmen, aber auch die Verwaltungen müssen hier gezielt gegensteuern. Angesichts des Fachkräftemangels dürfen wir uns gerade im öffentlichen Dienst keine weiteren Fehler bei der Gleichstellung leisten“, machte dbb frauen Chefin Milanie Kreutz am 23. September 2021 auf der Web-Konferenz der norddeutschen Bundesländer zum Thema „Verwaltung – flexibel, digital und krisenfest“ deutlich.

Der Digitalisierungsschub, den die Corona-Krise ausgelöst habe, müsse genutzt werden, um Gleichstellungsdefizite gezielt auszugleichen. „Flexibles zeit- und ortsunabhängiges Arbeiten bietet vor allem Frauen bessere Möglichkeiten, berufliche Herausforderungen optimal mit ihrer privaten Situation zu vereinbaren. Gerade in den Verwaltungen muss diese Chance jetzt proaktiv ergriffen werden“, betonte Kreutz, die hier auch die positiven Effekte eines etwaigen Rechtsanspruchs auf mobiles Arbeiten als zielführend nannte.

Die konsequente Verstetigung der während der Pandemie erprobten flexiblen Arbeitszeitmodelle und Homeoffice-Regelungen würden den Beschäftigten nicht nur mehr Zeitsouveränität bescheren. Auch die Arbeitsplatzattraktivität nehme zu. „Wir müssen flexibles und mobiles Arbeiten endlich als Leistungskennzahl begreifen, die öffentliche Arbeitgebende im Wettstreit um qualifizierte Fachkräfte an die Spitzen bringen kann“, stellte Kreutz heraus.

Damit einhergehen müsse aber auch ein neues Verständnis von Führungskultur, das Führen in Teilzeit, aber auch auf Distanz, zum Standard erhebe. „Wenn wir zu einer fairen und geschlechtergerechten Leistungskultur im öffentlichen Dienst kommen wollen, dann müssen wir alles dafür tun. Insbesondere das Kapitel ‚Präsenzkultur‘ müssen wir abschließen und zusammen mit der Papierakte endlich ad acta legen“, so die dbb frauen Chefin.

Hintergrund:

Die Web-Konferenz NORDL@NDERDIGITAL fand am 23. September 2021 unter dem Motto „Verwaltung – flexibel, digital und krisenfest“ statt. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie die Verwaltung der Zukunft in den norddeutschen Bundesländern Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen sowie den Stadtstaaten Hamburg und Bremen ausgestaltet werden sollte. Die Schirmherrschaft übernahm Stephan Manke, Staatssekretär im Niedersächsischen Ministerium für Inneres und Sport.

 

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