Deutscher Philologenverband (DPhV)Einführung von gezielter vorschulischer Förderung begrüßt
Der DPhV würdigt die zunehmenden Initiativen gezielter vorschulischer Förderung von Kindern. Den Bedarf zeigen auch die hohen Wiederholungsquoten von Erstklässlern in der Grundschule an.
Diagnose und Förderung gehören dabei immer zusammen, sie sind die zwei Seiten ein- und derselben Medaille. Baden-Württemberg führt Juniorklassen ein, Nordrhein-Westfalen kündigt verbindliche ABC-Klassen zur vorschulischen Sprachförderung an und Hessen kann auf positive Evaluationen seiner Vorlaufkurse verweisen.
Die DPhV-Bundesvorsitzende Susanne Lin-Klitzing sagte am 3. Februar 2026: „Wir freuen uns über diese weiteren wichtigen bildungspolitischen Schritte für mehr Chancengerechtigkeit im deutschen Bildungswesen. Sprache ist die Grundlage von Bildung, Teilhabe und schulischem Erfolg. Je früher sprachliche Schwierigkeiten erkannt und Kinder daraufhin gezielt gefördert werden, desto größer sind die Chancen für gelingende Bildungsbiografien. Auch die ABC-Klassen in Nordrhein-Westfalen sollen nun an genau dieser zentralen Stellschraube angreifen. Wir begrüßen diese Initiative ausdrücklich und bauen darauf, dass solche Modelle zu Blaupausen für die anderen Bundesländer werden.“
Der DPhV tritt seit Langem für eine diagnoseindizierte und verbindliche vorschulische Sprachförderung ein, die nicht lediglich Sprachstände erhebt, sondern konsequent an eine differenzierte Förderung gebunden ist, um passgenaue Unterstützung zu ermöglichen. „Alle Kinder, unabhängig von Herkunft, sozialer Situation oder dem Bildungshintergrund ihrer Familien, erhalten so die Chance, mit ausreichenden Deutschkenntnissen in die Schule zu starten“, so Lin-Klitzing. Frühe und gezielte Sprachförderung sei der Schlüssel zu erfolgreicher Bildung. „Nur wer versteht und sich sprachlich präzise ausdrücken kann, ist in der Lage, Wissen zu erwerben, zu vertiefen und darauf nachhaltig aufzubauen. Zudem schafft Sprache Verständigung und trägt so entscheidend zur Demokratiefähigkeit bei. Gerade in Zeiten wachsender gesellschaftlicher Herausforderungen ist es so unerlässlich, nach der vorschulischen Förderung in der Schule auch die Bildungssprache Deutsch konsequent zu stärken.“ Dabei müsse das Prinzip der differenzierten Förderung über die frühe Sprachförderung hinaus leitend bleiben: Bildungserfolg erfordert eine konsequent am individuellen Bedarf orientierte, passgenaue Förderung entlang der gesamten Lernlaufbahn. Dazu gehört auch eine verbindliche Schulartempfehlung als verlässliche Grundlage für passende Bildungswege.




