• Münzen gestapelt neben einer Männer- sowie Frauen-Figur

Gender Gap Report 2022

Gleichstellungslücken in allen Lebensbereichen schließen

Die Gleichstellung in Deutschland hat sich im internationalen Vergleich verbessert. Dennoch bleiben Ungleichheiten bestehen, die dringend angegangen werden müssen, mahnen die dbb frauen.

„Mein Traum ist es, in Zukunft nicht mehr darauf hoffen zu müssen, dass Deutschland ein oder zwei Plätze in einem Gender Gap-Ranking nach oben rutscht, sondern dass wir mit Ländern wie Island gleichauf ziehen. Wir müssen Lücken in der Gleichstellung der Geschlechter in allen Bereichen des Lebens schließen, um nachhaltiges Wirtschaftswachstum und gesellschaftlichen Zusammenhalt zu sichern“, sagte Milanie Kreutz, Vorsitzende der dbb bundesfrauenvertretung, am 14. Juli 2022 mit Blick auf den aktuellen Gender Gap Report des Weltwirtschaftsforums. Danach belegt Deutschland im Gleichstellungsranking Platz 10, eine Stelle besser als im vergangenen Jahr. Auf den ersten Plätzen liegen unverändert Island, Finnland, Norwegen und Neuseeland.

Zwar schneide Deutschland im internationalen Vergleich bei der Gleichstellung besser ab als noch im vergangenen Jahr, insgesamt seien die Fortschritte aus Sicht der dbb frauen jedoch nur punktuell. „Vor allem im Bereich der gleichberechtigten politischen Teilhabe von Frauen und Männern gab es einen Sprung nach vorn. Das ist sehr erfreulich“, so Kreutz.

Jetzt gehe es darum, dieses Niveau zu erhalten und die erzielten Fortschritte auch in allen anderen Lebensbereich anzustreben. Denn der Report zeige auch, dass Deutschland etwa im Bereich der wirtschaftlichen Teilhabe – insbesondere bei der Besetzung von Managerposten mit Frauen und der gleichen Bezahlung für gleiche Arbeit – auf das Niveau von 2009 zurückgefallen sei. Nicht zuletzt sei das auch auf die Corona-Krise zurückzuführen. „Wir verharren bei der Gleichstellung im Wiegeschritt: ein Schritt vor und zwei zurück. So kommen wir langfristig nicht voran. Um die Teilhabe von Frauen auf dem Arbeitsmarkt nachhaltig zu stärken, müssen wir mehr Frauen in Führungspositionen bringen und den Gender Pay Gap endlich schließen“, forderte die dbb frauen Chefin.

Der öffentliche Dienst als einer der wichtigsten Arbeitgebenden von Frauen müsse hier noch konsequenter mit gutem Beispiel vorangehen, betonte Kreutz: „Vor allem muss Sorgearbeit als wirtschaftlicher Faktor betrachtet werden, denn ohne Care-Arbeit würde unser Gesellschafts- und Wirtschaftssystem zusammenbrechen. Unbezahlte Sorgearbeit und Lohnarbeit gehen Hand in Hand, beides ist unabdinglich. Mit unserem Modellprojekt ‚Führen in Teilzeit‘ starten wir gemeinsam mit dem BMFSFJ den Versuch, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf auch auf der Führungsebene von Behörden und Verwaltungen zu verbessern. Vor allem Frauen soll damit der Zugang zu Führungspositionen erleichtert werden.“

 

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