Gemeinsam gegen SexismusRespekt kennt kein Geschlecht
dbb frauen-Chefin Milanie Kreutz wird vom Bundesfamilienministerium in den Fachbeirat des knapp 1.000 Mitglieder starken Bündnisses gegen Sexismus berufen.
Am 16. Juni 2026 fand die konstituierende Sitzung des Bündnisses gegen Sexismus in Berlin statt. Die rund 1.000 Mitglieder stammen aus allen Bereichen des öffentlichen Lebens, von Interessensverbänden über Sportvereine bis zur freien Wirtschaft. Schirmherrin des Bündnisses ist die Bundesministerin für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Die dbb frauen sind Teil des knapp 20 Mitglieder umfassenden Fachbeirats.
Einer der Schwerpunkte der Sitzung war Sexismus am Arbeitsplatz. „Sexismus am Arbeitsplatz sorgt häufig dafür, dass Frauen sich aus dem Arbeitsleben zurückziehen und die Arbeitsleistung sinkt“, erklärte Milanie Kreutz, Vorsitzende der dbb bundesfrauenvertretung und stellv. dbb-Bundesvorsitzende, am 18. Juni 2026. Dieser Rückzug richte großen Schaden an, nicht nur bei den Betroffenen, sondern auch für die Demokratie und die Wirtschaft. „Es liegt daher im Interesse aller, sich gegen Sexismus einzusetzen. Wir wünschen uns daher, dass das Bündnis weiterwächst. Die Konstituierende Sitzung war nur der Anfang", betonte Kreutz.
Mehr Frauen in Führung
Als Gegenstrategie sehe Kreutz, dass mehr Frauen in Führungspositionen kommen: „82 Prozent der Betroffenen hat am Arbeitsplatz Sexismus durch Männer erlebt." Das hatte eine Studie des Bündnisses aus dem Jahr 2026 ergeben. "Ein höherer Frauenanteil oder eine gemeinsame Führung von Frauen und Männern kann für ein besseres Vertrauensverhältnis bei den Betroffenen sorgen.“
Zu diesem Thema haben die dbb frauen 2023 eigens eine Frauenpolitische Fachtagung veranstaltet. Der Redebedarf war damals enorm, berichtete Kreutz. „Wir haben festgestellt, dass Betroffene sich häufig an den Betriebs- oder Personalrat oder an die Gleichstellungsbeauftragten wenden. Das ist ein weiteres Argument, die Betriebs- und Personalräte zu stärken.“
Er für sie am Arbeitsplatz
Kreutz sieht beim Einsatz gegen Sexismus auch die Männer in der Pflicht. „Respekt kennt kein Geschlecht. Wir müssen dazu kommen, dass sich Männer für Frauen einsetzen.“ Oft hören Männer eher auf andere Männer als auf Frauen. „Wir brauchen deshalb mehr Männer, die mit veralteten Rollenvorstellungen und sexistischen Klischees brechen. Und sie müssen ihre männlichen Kollegen, Freunde und Familienmitglieder als Mitstreiter gewinnen.“





