• Gruppenfoto von 30. Leuten vor einem Fachwerk-Gebäude
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BDF Frauenvertretung2. BDF-Forstfrauenexkursion im Forstamt Annaburg

Über 70 Anmeldungen zeigten eindrucksvoll, wie groß der Wunsch nach Austausch und Vernetzung war.

Eingeladen waren in diesem Jahr nicht nur forstfachliche Kolleginnen, sondern auch Frauen aus der Verwaltung. Über 70 Anmeldungen aus dem LFB, dem LZW, den ALFFs, den Unteren Forstbehörden sowie sogar aus Sachsen zeigten eindrucksvoll, wie groß der Wunsch nach Austausch und Vernetzung ist. Vertreten waren Kolleginnen aus ganz unterschiedlichen Bereichen und Laufbahnen: Sachbearbeiterinnen, Führungskräfte, Forstwirtinnen, Forstwirtschaftsmeisterinnen, Revierleiterinnen, Funktionsingenieurinnen, Auszubildende, Anwärterinnen, Dual-Studentinnen und Praktikantinnen – vom Schulabschluss bis kurz vor der Rente.

Nach einer teils nebligen Anreise wurden die Teilnehmerinnen im Forstamt Annaburg herzlich empfangen. Die vorbereitete Halle mit Tischen und Bänken bot einen guten Rahmen für den gemeinsamen Start. Forstamtsleiter Justus Presse eröffnete den Tag mit einem interessanten Vortrag zur Geschichte und zu den aktuellen Herausforderungen des Forstamtes.

Gleichstellung: Viele Schritte getan, viele Schritte noch nötig

Anschließend ging es in Kleingruppen in einen abwechslungsreichen Stationsbetrieb. Besichtigt wurden unter anderem die Samendarre in Annaburg sowie die moderne Waldbrandüberwachungszentrale „Firewatch“. Ein weiterer wichtiger Programmpunkt war der offene Austausch mit Annette Dölle, der für den Forst zuständigen hauptamtlichen Gleichstellungsbeauftragten. In den Gesprächen ging es um ihre Arbeit, rechtliche Grundlagen sowie um schwierige Themen wie sexuelle Belästigung und Mobbing. 

Die Diskussionen waren offen, angeregt und teils kontrovers. Dabei wurde deutlich: Noch immer wird häufig geschwiegen, obwohl Unterstützung möglich und wichtig ist. Umso entscheidender ist es, Betroffene zu stärken, Grenzen zu setzen, hinzusehen und einander mit Respekt und Akzeptanz zu begegnen.

Wenn Sie Hilfe brauchen, melden Sie sich beim Personalrat, der Gleichstellungsbeauftragten oder Ihrem Vorgesetzten. Führen Sie im Zweifel Protokoll über Situationen, die Sie anstößig finden.

Vor dem Mittag sprach die Landesgleichstellungsbeauftragte Sarah Schulze über Gleichstellungsthemen im Land, Gewalt gegen Frauen und den Landesgleichstellungspreis. Im anschließenden Dialog wurden auch Erfahrungen älterer Kolleginnen aus den vergangenen Jahrzehnten aufgegriffen. Dabei zeigte sich, wie viel sich bereits verändert hat – aber auch, dass weiterhin viele kleine Schritte nötig sind, um tatsächliche Gleichstellung zu erreichen. 

Vom Jagd- zum Erholungsgebiet

Nach Auflösung des Nebels zeigte sich der Apriltag von seiner besten Seite. Die Mittagspause mit Verpflegung aus der Gulaschkanone wurde von vielen Teilnehmerinnen auf der Wiese hinter dem Forstamt verbracht. Dort wurde weiter diskutiert, gelacht und über eigene Erfahrungen, fachliche Besonderheiten und frühere Zeiten gesprochen.

Zum Abschluss führte Daniel Eckardt, LFB-Förster des Reviers Glücksburg, durch den Annaburger Thiergarten. Das traditionsreiche Waldgebiet diente früher herrschaftlichen Jagden, ist heute jedoch Schulweg, Naherholungsgebiet und wertvoller Lebensraum. Besonders die alten Eichen prägen den Bestand und bieten unter anderem dem streng geschützten Eichenheldbock Lebensraum. Die damit verbundenen Anforderungen an Verkehrssicherheit, Artenschutz und forstliches Handeln wurden anschaulich erläutert und lebhaft diskutiert.

Die Veranstaltung fand großen Zuspruch. Viele Kolleginnen hoben besonders die fachliche Vielfalt, den offenen Austausch und die Anwesenheit der Gleichstellungsbeauftragten hervor. Für einige wurden dadurch Hemmungen abgebaut und neue Ansprechmöglichkeiten sichtbar. Trotz kleiner organisatorischer Herausforderungen – unter anderem stand zeitweise nur eine Toilette zur Verfügung – war die Stimmung durchweg positiv.

Ein herzlicher Dank gilt dem Forstamt Annaburg für die hervorragende Unterstützung, Vorbereitung und Zusammenarbeit, Annette Dölle und Sarah Schulze für ihre wichtigen Beiträge, dem BDF-Sozialwerk für die Teilnahme, sowie allen Kolleginnen, die mit ihrer Offenheit und guten Stimmung zum Erfolg dieses Tages beigetragen haben.

 

Dieser Artikel erschien zuerst im BDF aktuell 06/2026

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